St. Marien Kirche Wittstock

Als Wahrzeichen der Stadt und des umliegenden Gebietes bestimmt die St. Marienkirche mit ihrem fast 65 m hohen Turm das Panorama. Ursprünglich war sie dem Heiligen Martin geweiht. Mitte des 15. Jahrhunderts erfuhr sie die Umbenennung in St.- Marien-Kirche. Sie ist heute eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte gotische Backsteinhallenkirche mit geradem Ostgiebel in einer äußeren Gesamtlänge von 64 m, einer Breite des Kirchenschiffes von 23 m und einer Innenhöhe von 14 m. Mehrere Bauphasen sind im Verlauf ihrer über siebenhundertjährigen Geschichte auszumachen. Eine Urkunde über den Baubeginn des auffallend großen Gebäudes liegt nicht vor. Es wird vermutet, dass mit der Stadtgründung um 1230 auch mit dem Bau der Kirche begonnen wurde.

Aufgrund des schnell aufstrebenden Handels und Handwerks entwickelte sich sehr bald eine wirtschaftliche Blüte mit einem wohlhabenden Bürgertum. So wird zu erklären sein, dass die Kirche wohl schon in ihrer ursprünglichen Konzeption als eine dreischiffige Hallenkirche angelegt war. Das etwas überstehende, gewaltige Westwerk jedenfalls deutet auf eine solche Anlage hin. Bereits am 28. August 1275 wird unter Bischof Heinrich II. die Pfarrkirche in das Domkapitel zu Havelberg aufgenommen.

Offene Kirche - Besichtigung und Andacht

Die St. Marien Kirche ist in den Sommermonaten täglich für Sie geöffnet!

Mai und Oktober 10 - 16 Uhr

Juni und September 10 - 17 Uhr

Juli und August 10 - 18 Uhr

Der Besuch ist kostenlos,
für die Turmbesteigung zahlen Erwachsene 2 Euro und Kinder 1 Euro.

Änderungen der Öffnungszeiten erfragen Sie bitte im Gemeindebüro.

Der Kirchenturm

An der Westseite des Turmes, teilweise auch nord- und südseitig, fallen sofort die übererdigen sieben Schichten sauber behauener Granitfeldsteine in Quaderform bis zu einer Höhe von etwa 1,80 m mit einer umlaufenden, doppelt abgeschrägten Plinthe auf. Die Mauerstärke des Turmes beträgt an allen Seiten annähernd vier Meter. Genau wie die später errichteten Nord- und Südportale ist das Turmportal in seinem mehrfach abgestuften Gewände mit dunkelfarbigen, glasierten Rund- und Profilstäben in Spitzbogenform ausgestattet.

Der Turmeingang ist ebenerdig mit dem Fußboden des Kirchenschiffes und läßt wohl die ursprüngliche Bodenhöhe erkennen. Die beiden Treppenzugänge im Turm führen zur Orgel- sowie zur Nord- und Südempore. Der Turm ist vom Innern des nördlichen Kirchenschiffs und von außen an der Südseite des Westwerks über je eine enge, steinerne Wendeltreppe erreichbar, die sich unter dem Glockenstuhl in einer freien einfachen Holztreppe fortsetzt (insgesamt 195 Stufen).
 

Die Orgel in der St. Marien Kirche Wittstock

Die Orgel der St.-Marien-Kirche zu Wittstock entstand 1846 als Meisterwerk des auch hier ansässigen Orgelbauers Friedrich Herrmann Lütkemüller. Die Orgel hat im 20. Jahrhundert mehrere entscheidende Eingriffe erfahren, so daß sie heute nicht mehr als Lütkemüllerorgel bezeichnet werden kann. Ihr wunderschöner neogotischer Prospekt wurde aber nicht angetastet, wodurch das historische Ensemble von Orgel, Empore und Kirchengestühl, mit welchem im selben Jahr der Kirchraum ausgestattet wurde, ungestört blieb. Die Barockisierung im Zuge derOrgelbewegung in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die Firma Schuke (Potsdam) und die Einrichtung eines elektrischen Spieltisches, der den Gebrauch einer Crescendowalze und zahlreicher Spielhilfen erlaubt, lassen die Interpretation der gesamten Orgelliteratur von der Renaissance bis zur Moderne zu.

Im Jahre 2002 konnte das Instrument generalüberholt werden. Wenngleich zum Kummer der Organologen Lütkemüllers Meisterwerk nicht mehr in seiner Originalgestalt bewundert werden kann, so muß man zur Freude aller heute an diesem Instrument Musiziernden betonen, daß wir es nunmehr mit einem hervorragenden Konzertinstrument zu tun haben. Das Instrument besitzt 45 klingende Stimmen, die sich auf drei Manuale und Pedal verteilen. Der Jalousieschweller und 7 Zungenstimmen befähigen das Instrument zur Darstellung der französischen Orgelliteratur. Mit der erwähnten Crescendowalze werden die großen symphonischen Werke des 19. Jahrhunderts, wie zum Beispiel jene Max Regers spielbar. Dies wird auch in zahlreichen Orgelkonzerten, die während der Sommermonate in der St.-Marien-Kirche veranstaltet werden, ausgiebig getan. Gastorganisten sind immer wieder begeistert von dem majestätischen Klang des Instruments und seiner kombinatorischen Vielfalt. Wir erleben hier Musik, die man erst wieder in Berlin, Rostock oder Lübeck zu hören bekommt. Damit tragen die Orgelkonzerte entscheidend zu einem Musikleben auf höchstem Niveau in unserer Stadt bei. Eine Beschädigung der instandgesetzten Orgel infolge baulicher Mängel am Kirchengebäude wäre neben dem hohen materiellen Schaden auch ein hoher kultureller Verlust.

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