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Auszüge aus der Predigt vom 05. März 2016 in Sewekow.

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.                                                                                                                                2. Kor. 1,3-7

Liebe Gemeinde in Sewekow!

Von Trost und Trübsal ist hier die Rede. Passt das zum heutigen Tage?

Ein alter Pfarrer verabschiedet sich, einer der gern zurückdenkt an die vergangenen Jahre hier im Dranser Land wie auch in Babitz und den beiden Haßlows, und ein neuer, junger Pfarrer beginnt seinen Dienst.

Das hat doch heute an so einem Tag mehr mit Hoffnung und Aufbruchstimmung zu tun. Da sind doch solche Worte wie „Trost“ und „Trübsal“ völlig daneben. Es gibt doch immer etwas, worüber man sich freuen, wofür man danken kann. Allein schon  dass uns diese Kirche hier in Sewekow noch für Gottesdienste zur Verfügung steht, ist keine Selbstverständlichkeit! Jedes Mal, wenn man diese einst einsturzgefährdete und nun unter so viel Mühen sanierte Kirche betritt, kann man doch mit Fug und Recht danken für all das, was Gott hier hat werden lassen. Und ebenso hat jeder Einzelne unter uns  Grund zum Danken gefunden in seinem Leben, dafür, dass er Gottes Segen in seinem eigenen Leben  spürbar erfahren hat.

Doch bei aller Euphorie, die an einem Tag wie heute auch ihre Berechtigung hat, wir werden es doch auch merken: Der Alltag holt uns wieder ein. Und da gibt es eben nicht nur Hochstimmung und Glücksgefühle, sondern oft genug ziemliche Ernüchterung. Dann stellen sich uns immer wieder die Fragen, mit denen wir uns herumschlagen:

Was nutzt uns diese schöne Kirche, wenn es doch nur wenige Menschen gibt, die Gottesdienst feiern wollen? Wie wird es unter diesen Vorzeichen weiter gehen mit unserer Gemeinde? Wie können wir unseren christlichen Glauben weitergeben an die jüngere Generation, aber auch an die Fernstehenden, Fremden, oder sogar an die Andersgläubigen?

Wie begegnen wir der wachsenden Fremdheit der Menschen untereinander auch in unseren Dörfern, den leider häufiger kaputten Ehen und Familien, den Stress in der Arbeitswelt, den Zuflucht suchenden vielen Menschen aus fremden Ländern? Und, und , und…

Was kann man in allen diesen wichtigen Fragen von unserem neuen, jungen Pfarrer erwarten, wenn er sich außer um unsere Dörfer, noch um ganz viele andere Dinge kümmern soll?

Man kann es nicht ignorieren. Wir leben in einer schwierigen, die Bibel sagt in einer gefallenen Welt, einer Welt der ständig wachsenden Probleme um uns.

Wir können von uns aus hier und da einmal eine kurzfristige Lösung finden, mit Floskeln reagieren oder uns zuschütten mit Arbeitswut oder Ablenkung. Bei dem oben genannten Zuspruch durch das Wort Gottes erfahren wir jedoch den wirklichen Trost. Gott hat Trost für uns in allen unseren  Lebenslagen, nicht nur billige Vertröstung. Er hält es uns vor Augen, wie es bei  Menschen, die ihm vertrauten immer weitergegangen ist. Ungezählte Geschichten der Bibel berichten uns davon! 

Denken wir nur an die Trostworte Gottes für das aus der Gefangenschaft zurückgekehrte Gottesvolk, angesichts  der Trümmer der zerstörten Stadt Jerusalem. Wir finden diesen Zuspruch Gottes  in der Jahreslosung 2016: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“(Jesaja 66,13)

Und die Judäer durften erleben, dass die Stadt zu neuer Stärke und neuem Leben wuchs.

Auch Jesu Jünger konnten diesen Trost Gottes in ihrer Trauer erfahren. Noch gefangen in ihrem Schmerz um den gefolterten, geschmähten und dann gekreuzigten Jesus, begegneten die Jünger auf den Weg nach Emmaus dem Totgeglaubten  als dem Lebendigen, Auferstandenen. Diese Begegnung und Jesu Worte heilten schlagartig ihr verwundetes Herz, befreiten sie von aller ihre Trübsal und beflügelten sie zu neuen Taten.

Liebe Schwestern und Brüder, es ist nicht so, dass wir damit rechnen können, keine Trübsal mehr erleiden zu müssen auch wenn wir modernen Menschen alles tun, um uns von dem Leid zu befreien, dessen Eingang in unser Leben zu verhindern. Es gehört zum Leben dazu, ist es doch ein Weg zur Selbstgestaltung, Selbstüberwindung zur Vergeistigung. Angelus Silesius sagte „Leid ist der schnellste Kutscher zur Vollkommenheit.“ Gegen Leid hilft kein Psychiater oder Psychologe. „Allein  aus einer brüderlichen Liebe und der Bereitschaft mitzutragen aber auch aus der Bereitschaft des Leidenden die Gabe in Ehrfurcht zu empfangen, kann das Leid transformiert- gewandelt werden“, sagt Wladimir Lindenberg.

Schauen und hören wir also in allen Dingen unseres Lebens immer zuallererst auf unseren Gott und Vater unseres Trostes und seinen Sohn Jesus Christus. Gehen wir regelmäßig gemeinsam oder auch für uns allein ins Gebet über Gottes Zuspruch. Hier werden uns unsere zukünftigen Wege gezeigt und hier bekommen wir den nötigen Trost und unser Heil.  

Amen

Pfarrer Berthold Schirge
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