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Angedacht

Angst - mit diesem Thema haben sich Jugendmitarbeiter/Innen und Ehrenamtliche in das Brodowin-Ökodorf auf den Weg gemacht. Drei Tage Zeit, den Ängsten auf die Spur zu gehen. Erstaunlich, was da in guter Gesprächsatmosphäre entstand. Ängste zu definieren und zu erkennen. Sie sind ein Teil von uns und haben Signalwirkung. Jede Angst hat seine Ursache. Wer in der Angst bleibt, steht wie vor einer Tür - die Erkenntnis etwas zu ändern, etwas zu tun, aufzustehen oder manchmal auch eingegraben zu werden.

Am ersten Tag haben wir bei uns selbst nachgefragt, wovor wir Angst haben. Spinnen, manchmal auch vor uns selbst, Krieg, Manipulation, Dunkelheit, Einsamkeit, Angst vor den Katastrophen, Gewalt, Terror … und dann galt es seiner Angst einen Brief zu schreiben. Texte in denen deutlich wurde, wie oft wir in unserem Leben an Orten stehen, die dunkel sind. In den Andachten am Morgen und am Abend wurde uns durch biblische Worte die Nähe Gottes bewusst. „Habe keine Angst, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen - du bist mein“ spricht da Gott zu Jesaja und auch zu uns. In aller Abgeschiedenheit können wir uns darauf verlassen, dass Gott als Grund bleibt, fest steht, Halt ist und Orientierung.

Felix brachte am Sonnabend die „Angst als Waffe“ ins Gespräch. Und da waren sie wieder, die Medien. Die Flut an Informationen und die Manipulationen. Angst ist ein Geschäft und die Reporter verdienen dort ihr Geld. Die ganze Industrie der Sicherheit umgibt uns wie ein Netz. Es entstanden Texte für die Zeitung, die nicht den Hintergrund hatten, die Öffentlichkeit zu schocken, sondern das zu nennen, wo wir wirklich etwas sehen, was es wert wäre, anderen zu sagen. Und wir entdeckten, wie oft Ängste in Werbung und Politik uns vor Augen gehalten werden, um uns zu Haltungen oder Handlungen zu motivieren bzw. zu beeinflussen. Man könnte auch sagen, zu manipulieren.

Am Nachmittag brachte uns der JULEICA-Baustein ins Thema Seelsorge. 10 Regeln, die wir beim Gespräch beachten. Zuhören können, Verschwiegenheit, Grenzen nicht ausschließen, auf die Atmosphäre achten. Wie umgehen mit Menschen, die nicht mehr leben wollen. Der Abend kreativ, ein Bild und ein Lied. Und am Sonntag dann ein eigener Werkstattgottesdienst mit unseren Liedern, Gebeten, Ergebnissen, Bildern. Ein gemeinsames Wochenende, stärkend und in all der Besorgnis um uns und diese Welt die Erfahrung: Gemeinsam sind wir stark. Wir können so sein wie wir sind. Jeder hat Gaben und Schwächen. Unser Glaube an Gott gibt uns Mut und Kraft für die neuen Aufgaben und den neuen Tag. Ein gutes Wochenende und der Wunsch an jeden, ab und zu auszusteigen, aus dem Alltag und sich selbst bewusst zu werden mit Jesus. Die Angst wird verwandelt. Selbst im Tod bleibt die Hoffnung. Jesus sagt: „Wer bei mir bleibt, bei dem bin ich“. Dann werden die aufgeblasenen Ängste etwas kleiner und unser eigener Beitrag, nicht Angst zu machen, sondern die Welt dort mit zu verändern, wo wir es können. Diesen Mut und diese Klarsicht wünsche ich uns allen.

Jugendwart Eckhard Häßler

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