Tel.: 033931/ 20 35
rheinsberg@kirche-
wittstock-ruppin.de

Kirchenführung

Kirchenführungen mit oder ohne anschließende Orgelmusik nach Vereinbarung über das Pfarrbüro zu erfragen.  

Gruppen bis 10 Personen - 30,00 EUR pro Gruppe

Gruppen bis 15 Personen - 45,00 EUR pro Gruppe

Gruppen bis 20 Personen - 60,00 EUR pro Gruppe

Gruppen bis 25 Personen - 75,00 EUR pro Gruppe

je weitere Person 3,00 EUR

Termine nach Absprache unter






Evangelisches Pfarramt
Seestraße 25
16831 Rheinsberg
Telefon: 033931/ 20 35
rheinsberg@kirche-wittstock-ruppin.de

    

Die Kirche von Innen

Vier auf Solidität ausstrahlenden Postamenten ruhenden und in korinthisierenden Kapitellen endende Pfeiler tragen die qualitätvollen Kreuzgratgewölbe von breiterem Mittelschiff und schmaleren Seitenschiffen. Alles in diesem Raum strebt nach oben. Ein Spiel von Licht und Schatten wechselt auf den raumbeherrschenden polygonalen Pfeilerschäften und den Gewölbekappen und bricht so die noble Kühle des Raumeindrucks. Die Vierzahl der Pfeiler ist wohl nicht allein bautechnisch zu sehen, sondern auch Symbol für die vier Evangelisten. Ganz sicher aber auch Mittel Bredowscher Selbstdarstellung. Denn als blickten sie selbst in patriarchalischer Strenge auf ihre Untertanen hinunter, leuchten von den Gewölben auflagernd über den Kapitellen die Wappen der Rheinsberger Feudalherren und ihrer Gemahlinnen in den Raum.

Epitaph

Zwei Epitaphe in der Nordostecke vervollständigen die Ausstattung des Chorraumes. An der Nordwand das über der Tür zur alten Sakristei ansetzende und bis unter das Gewölbe aufragende Denkmal für den Umgestalter der Kirche, Achim von Bredow und seine Frau Anna von Armin. Ein klar gegliederter dreizoniger architektonischer Aufbau umschließt Inschriften, Reliefs und Gemälde. Das niedrige Sockelgeschoß, in zwei Inschriftenfelder gegliedert, enthält einen dem Andenken Achim von Bredows gewidmeten Text:

"O frommer Christ, urteile mild,/ Der du anschaust dieses Bild./Fragst du, wer ich sei im Grab?/ Gewesen bin ich und ist (jetzt) ab;/ Verfolgung, Sorge, Kreuz ohn´Zall,/ Die mir begegnet überall// Ich ritterlich vbwunden hab,/ Vnd ruhe nun in meinem Grab/ Auch mit Geduld der Welt Bosheit/ Hab ich ertragen allezeit/ Nach Gottes Willen, welch ist/ Der allerbest zu jeder Frist/ Gelobet seyst Du, Herr Jesu Christ."

Hochaltar

Genauso wie die Pfeiler den Blick einerseits nach oben ziehen, lenken sie ihn andererseits auf den Hochaltar hin, den, sich ganz in das Interieur einfügend, strenge Schönheit prägt. Betont linear sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen ist er eine späte Renaissancearbeit aus dem Jahr 1576 unter Einschluß von Teilen eines gotischen Flügelaltars, der vorher seinen Platz einnahm. Wie die auf ihn hinlenkenden antikisierenden Pfeiler atmet er in Form und rahmender Ornamentik den Geist des Manierismus. In drei Zonen aufgebaut, zeigt er in seinem niedrigen Sockel als Predellenbild das Hl. Abendmahl, eine Malerei, noch ganz im Verständnis reformatorischer Erneuerung. Das Gemälde versammelt nicht nur Jesus und die Jünger um den Tisch. Auch Luther und Melanchthon sitzen mit daran und ebenso, etwas in den Hintergrund gerückt, hat sich auch Achim v. Bredow, der Stifter, von dem Maler abbilden lassen, der sich selbst als einen der Jünger in das Bild brachte. Leider ist der Name des Künstlers nicht überliefert.

Scholtze-Orgel und die neue Nußbücker-Orgel

Die Rheinsberger Kirche verfügt seit spätestens 1541 über eine Orgel. Sie war auf einer im 19. Jh. abgebrochenen Seitenempore im Altarraum aufgestellt. Als 1765 der Neubau einer Orgel unabdingbar wurde, entschied man sich für den Standplatz an der Westseite der Kirche und veränderte die Empore entsprechend. Im November 1766 begann der Neuruppiner Orgelbauer Gottlieb Scholtze, ein Schüler des berühmten Joachim Wagner, mit dem Neubau. 1767 fertig geworden, leistete die Scholtze-Orgel bis gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts ihren Dienst. Dann aber begannen immerwiederkehrende Reperaturen, die 1870 zum Entschluß führten, eine neue Orgel anzuschaffen. Finanznot und der Deutsch-Französische Krieg traten dazwischen. Ein neuer Anlauf von 1912 wurde durch den Ersten Weltkrieg und die ihm folgende Inflation vereitelt. 1950 baute Kantor Stein das Instrument völlig um, ohne damit die Wurzel des Übels beseitigen zu können. So kam es seit 1984 wiederum zu vielfältigen Überlegungen, eine Orgel zu Bauen. Letzlich setzten sich die Vorstellungen des seit 1989 in Rheinsberg tätigen Kantors H. Grosch durch, die auf ihr historisches Maß reduzierte Scholtze-Orgel durch ein zweites Instrument zu ergänzen und beide Orgeln auf der Westempore anzuordnen. Inzwischen wurde die neue Orgel 1994 vollendet, erbaut von der Orgelbaufirma Nußbücker aus Plau. Mit ihr geht nicht nur ein langgehegter Wunsch der Rheinsberger in Erfüllung, sie macht auch eine wirkungsvollere Einbindung von St. Laurentius in das Rheinsberger Musikleben möglich. Die Scholtze-Orgel sieht einer umfassenden Restaurierung entgegen.
 

Taufe

Höchste Beachtung verdient auch das Stück der liturgischen Hauptausstattung von St. Laurentius die im Altarraum stehende Taufe. Ihr Material ist gebrannter Ton, überzogen von einer dicken Stuckschicht. Das Taufbecken in Form eines achtseitigen Pokals, ruhend auf kurzem voluminösem Fuß, ist mit Reliefkacheln geschmückt, die abwechselnd die Stifterwappen und Stationen aus dem Leben Jesu darstellen.

Gestiftet wurde diese Taufe anfangs des 16. Jahrhunderts von den Geschwistern Franz, Anna und Sabina von Sparr sowie von Anna von Bredow.

 

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