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16. März 2016 - Reise zum Mars

"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der gestirnte   Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir." Was Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren formuliert hat, empfinde ich genauso, jedenfalls im Blick zum Sternenhimmel, um den es in dieser Betrachtung gehen soll. Wie verschwindend klein ist unsere Erde und der Mensch auf ihr im Vergleich zur unvorstellbaren Größe des Weltalls!  Hinter jedem Stern am Himmel verbirgt sich eine riesige Sonne. Unsere gehört zu den kleineren. Schon als Kind habe ich mir die Sternbilder eingeprägt. Auf einer Reise nach Portugal habe ich (leider vergeblich) Ausschau gehalten, ob ich vielleicht ein Sternbild entdecke, das in Deutschland unsichtbar ist.

Außer jenen unzähligen Fixsternen gibt es eine Handvoll Planeten, die ihren Standort ständig verändern, weil sie wie unsere Erde um die Sonne kreisen. Zu ihnen gehört Mars. Er geht in diesen Tagen gegen Mitternacht im Südosten auf und steht bei Eintritt der Morgendämmerung nicht shr hoch im Süden. Durch seine Helligkeit und das rötliche Licht unterscheidet er sich von den Fixsternen am Himmel. Am Montag wurde iin Kasachstan eine Raumsonde gestartet, die am 19.Oktober einen Roboter auf dem Mars absetzen soll.

Ich bewundere diese Technik, noch mehr die präzisen Berechnungen, die erforderlich sind, damit eine Rakete ihr Ziel im Weltraum erreicht. Die Flüge zum Mond gehören für mein Gefühl zu den größten menschlichen Leistungen des 20.Jahrhunderts. Ich kann verstehen, dass Menschen sich solche Ziele stecken, auch wenn deren Bedeutung für das Leben auf Erden nicht erkennbar ist. Der Start der Marssonde ist auch ein erfreuliches Zeichen internationaler Zusammmenarbeit. Russland hat die Rakete entwickelt und gebaut. Die Europäische Union hat sich mit vielen Einzelheiten daran beteiligt. Gestartet wurde die Sonde in Kasachstan, wo seit den Zeiten der Sowjetunion die technischen Anlagen dafür vorhanden sind. Ich denke, dass das Gelingen solcher gemeinsamen Vorhaben das Vertrauen stärkt und die Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie der Friedensstiftung in Syrien und der Ukraine erleichtert.

Doch nun kommt ein großes Aber. Die beteiligten Wissenschaftler möchten eines Tages einen Menschen zum Mars und wieder zurück bringen. Sie meinen, in zwanzig Jahren könnte es so weit sein. Bis dahin müssen noch viele unbemannte Flüge vorbereitet und gestartet werden. Das erfordert Jahr für Jahr Milliarden Euro. Sind Klimawandel, Umweltverschmutzung und Rohstoffverbrauch inzwischen nicht so weit vorangeschritten, dass wir fürchten müssen, in hundert Jahren werde die Erde nicht mehr genügend Lebensraum für alle Menschen bieten? Auswandern auf einen anderen Planten wird nicht möglich sein. Auf dem Mars ist menschliches Leben nicht möglich. Und die Reise zu einem Planeten in einem anderen Sonnensystem, falls man einen fände, würde viele tausend Jahre dauern. So sehr mich das Weltall fasziniert, wichtiger ist die Sorge um unsere Erde. Eine andere haben wir nicht.

Leopold Esselbach, Neuruppin

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