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anGedacht im Juni: Monatsspruch

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“
Apostelgeschichte 5,29

Zuerst erschreckt uns dieser Satz vielleicht. Bilder religiöser Attentäter sind sofort im Kopf. Auch in Deutschland sind Menschen mit Berufung auf den Willen Gottes getötet worden. Wenn man den Monatsspruch ohne seinen Zusammenhang liest, könnte man alles Mögliche damit rechtfertigen. Sicherlich wurde dieses Bibelwort im Laufe der Geschichte auch für manche Unmenschlichkeit missbraucht. Andererseits haben mit diesem Wort im Herzen zahllose Menschen dem Zeitgeist oder ungerechter staatlicher Macht widerstanden. Wie Petrus (nach dem Pfingstwunder) vor dem Hohen Rat sind sie ihrem Glaubensgewissen gefolgt. Sie waren bereit, dafür einen hohen Preis zu bezahlen, oft sogar mit dem eigenen Leben. Auch heute noch, etwa die Millionen verfolgten Christen weltweit, die sich standhaft weigern, dem christlichen Glauben abzusagen. Doch auch in unserem Alltag gibt es genug Situationen, die unseren Glaubensmut herausfordern. Wenn bei einer Geburtstagsfeier verächtlich über Glauben oder Kirche hergezogen wird. Oder wenn auf dem Wochenmarkt über jemanden gelästert wird. Wir dürfen uns weigern, bei dem mitzumachen, was andere von uns verlangen, was aber unserer Glaubensüberzeugung widerspricht. Denn unser Gewissen ist zuerst Gott verantwortlich. Und von daher können wir „nein“ sagen (oder „ja“), auch wenn wir in unserer Umgebung damit auf Unverständnis stoßen.
Gehorsam kommt vom Hören. Gehorsam gegenüber Gott beginnt mit dem sorgfältigen Hinhören auf das Wort Gottes: im Gottesdienst, im Bibellesen, im Gebet. Dieses Wort sollen wir in unserem Herzen bewegen und die Regungen unterscheiden, die es in uns hervorruft. Regungen, die nicht zu Glaube, Hoffnung, Liebe und Frieden im Herzen führen, kommen nicht von Gott. Wenn wir also den falschen Regungen folgen, tun wir auch nicht den Willen Gottes. Davor bleiben wir bewahrt, wenn wir den Ruf zur absoluten Loyalität Gott gegenüber zusammen mit dem Liebesgebot Jesu hören und leben. Darum kann kein Mensch für sich alleine Gott hören, sondern wir hören gemeinsam, korrigieren einander, bewahren uns gegenseitig vor ideologischen Irrwegen. Gemeinsam ermutigen wir uns, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, immer wieder Neues zu wagen. Und Gottes Liebe und Gerechtigkeit zu leben, aller Trägheit und allem menschlichen Misstrauen und Widerspruch zum Trotz! Diesen Mut wünsche ich uns in unserem Alltag.

Ihr Pfarrer Raik Fitzner

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