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anGedacht im Mai: Monatsspruch

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.
Dieses Wort ist der Monatsspruch für den Mai aus dem Kolosserbrief, Kapitel 4, Vers 6.
Keine höfliche Empfehlung und kein unverbindliches Angebot. Aber es geht auch nicht um moralischen Druck. Wir sollen nicht mit einem aufgesetzten Lächeln herumrennen. Das Wort greift tiefer, redet von einer inneren Haltung. Denn die hört man in unseren Worten. Wie wir etwas sagen, verrät auch, was wir wirklich denken.
Darum sollen wir eine innere Haltung einüben, bei der zu merken ist: ja, der meint es auch so wie er sagt. Das heißt: erst mal zwei- oder dreimal Luft holen, bevor wir das erste Wort sagen. Und sich dabei bedenken: mein Nächster ist wie ich. Was er getan oder gesagt hat, könnte auch mir passieren. Ich bin also nicht besser als er. Ich will es freundlich sagen. Denn morgen könnte ich der sein, der auf ein freundliches Wort hofft. Aber ich will auch nicht verschweigen, was es zu kritisieren gibt. Denn meine Worte sollen kein fades Geschwätz sein. Gewürzt heißt aber: nicht versalzen. Wie bei Jesus: er hat wohl manche Tat kritisiert, aber nie den Täter. Also sachlich bleiben, dem anderen nicht seinen Wert als Mensch absprechen. Sich nicht selbst größer machen, indem ich den anderen klein mache. Wer das nötig hat, ist der eigentlich Schwache. Und schließlich: wie wir reden, entscheidet auch mit darüber, ob wir Menschen mit der Botschaft unseres Glaubens erreichen. Dabei geht es um Worte, die Interesse wecken, weil sie auf die Fragen eingehen, die andere haben und stellen. Es geht darum, persönlich vom Glauben zu erzählen, nicht mit frommen Formeln. Und auch von seinen Zweifeln zu reden.
Ja, das alles ist nicht leicht. Denn es fordert von uns, dass wir uns erst mal zurücknehmen und nicht gleich wortgewaltig durchsetzen. Erst denken und dann reden. Dabei kann es helfen, (innerlich) zuerst auch auf Gott zu sehen: wie Gott seine Geschöpfe immer wieder anspricht. Er redet Menschen zuerst immer als seine Geliebten an, als seine Kinder z. B. oder sein Volk. Selbst wenn er dann eine gehörige Portion zu kritisieren hat. Den Menschen verurteilt Gott nie. Wer sich von Gott so angeredet weiß, kann auch seine Mitmenschen so anreden. Weil er sich nicht beweisen muss, denn er weiß: Gott liebt ihn, wie auch den anderen. Und man kann sich vorher die Kraft dazu erbitten. Das hilft oft.

Ihr Pfarrer Raik Fitzner

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