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anGedacht im April: Monatsspruch

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“                      Lukas 24, 4-6
Ja, diese Frage stimmt. Doch wo sollen die Frauen Jesus sonst suchen? Im Grab ist er zu finden, das wissen sie doch. Dort haben sie ihn vor dem Sabbat, dem Ruhetag, hingelegt. Nun, am ersten Tag der neuen Woche, machen sich die Frauen mit wohlriechenden Ölen und Salben auf zum Grab. Ihr Gang ist nach außen hin ruhig und andächtig, im Innersten sitzt der Schrecken jedoch noch tief. Die Frauen wollen einen letzten Liebesdienst verrichten und den Leichnam salben. Aber sie finden den toten Jesus nicht.
Sie sehen einen Engel, der ihnen sagt: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“Dabei hatte Jesus doch angekündigt, dass er nicht tot bleibt und Gott mehr Möglichkeiten weiß, als wir uns je werden vorstellen können. Bei Gott ist kein Ding unmöglich - das hatten die Frauen doch gehört. Aber Hören und Glauben sind verschiedene Dinge. Das kenne ich von mir, sowohl beim Heil als auch beim Unheil. „Kann das denn wahr sein?“, frage ich mich dann. Und wenn ich das schon bei Menschen und ihrem Tun überlegen muss, wie viel mehr bleiben mir dann Gottes Möglichkeiten verschlossen? Es ist, wie es bei Gott ist. Ich sehe, ich staune, aber glauben und für wahr halten – das kommt erst lange Zeit später. Manchmal dauert es Jahre.
Die Frauen hatten etwas ganz Anderes erwartet. Ihr Blick war auf den Tod gerichtet: Sie sahen das Ende, nicht den Neuanfang! Darum ist es richtig, bei der Suche nach dem lebendigen Gott in den Gräbern meines Lebens anzufangen. Denn auch diese vergessenen Sehnsüchte, leidvollen Erfahrungen und Tode von lieben Menschen hat Gott durch seinen Tod erlöst. Darum hat Jesus ja seinen Tod am Kreuz nicht verhindert, sondern geschehen lassen. Und in ihm hat Gott selbst das erlebt und dann dem Tode die Macht genommen: Auferstehung, Ostern. Bei den Frauen dauert es viele Stunden, bei den Jüngern noch etwas länger. Sie verstanden es erst, nachdem sich Jesus ihnen zeigte. Als die Jünger in die Welt gingen, um von Jesus Auferstehung zu erzählen, sahen ihre Augen erneut Tod, Gewalt, Hass und sicher auch Enttäuschungen. Doch anstatt aufzugeben, war ihr Blick diesmal auf den Lebendigen gerichtet. Sie wussten nun, wo sie ihn suchen mussten.
Auch uns wünsche ich dazu immer wieder offene Augen und Herzen
Ihr Pfarrer Raik Fitzner

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