Die Reform des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin
„Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.“ (Klaus Peter Hertzsch)
Der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin hat im Jahr 2008 den Weg einer umfassenden Reform beschritten.
Eine Gemeinde ist keine Insel. Sie ist Teil der Kirche, der Gemeinschaft aller Glaubenden. Die äußere Gestalt der Kirche ist nicht zeitlos. Sie muss die veränderlichen gesellschaftlichen Verhältnisse erkennen und ihre vielfältigen Lebensformen so gestalten, dass sie glaubwürdig das Evangelium bezeugt und die Menschen als Gemeinde sammelt.
Ein Blick in die Zukunft im Jahr 2005 hatte gezeigt, dass unsere Kirche in ihrer bestehenden Form in weiten Teilen nur noch sehr begrenzt diesem Auftrag entsprechen wird. Zu viele kleine Gemeinden mit weniger als 100 oder gar 50 Gemeindegliedern, zu wenige hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, zu wenig Geld – so die Prognose, wenn die bestehenden Strukturen unangetastet bleiben.
Aufbruch ist nötig um den Blick nach vorn frei zu bekommen. Das veranlasste den Kirchenkreis Wittstock-Ruppin zu einer gewagten Reform, die im Bereich unserer Landeskirche bisher einmalig ist.
Gesamtkirchengemeinden wurden gebildet, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden entsprechend ihrer Interessen und Begabungen im ortsbezogenen und aufgabenorientierten Dienst eingesetzt. Eine Regionalakademie stärkt und unterstützt die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Gemeinden in Stadt und Land. ESTAruppin - ein sozialdiakonisches Projekt - wurde ins Leben gerufen, das im gesamten Bereich des Kirchenkreises wirkt.
Nach vier Jahren erprobter Reform gilt es nun, die Ergebnisse zu sichern und die Rahmenbedingungen kirchlicher Arbeit bei uns so zu gestalten, dass die bereits gut geebneten Wege in die Zukunft weiter beschritten werden können. Zudem muss völlig ideologiefrei danach gefragt werden, was einige Gemeinden damals hinderte, die Reform ebenfalls zu erproben. Welche Befürchtungen haben sich bewahrheitet? Was hat sich aber auch in diesen Gemeinden in den letzten Jahren verändert? Und vor allem - wie gehen wir als ein Kirchenkreis gemeinsam weiter?


